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Australien will japanische Walfangflotte beobachten
© AP - Quelle: pr-inside
Canberra (AP) In Vorbereitung eines möglichen juristischen Vorgehens gegen den Walfang lässt Australien japanische Schiffe in der Antarktis beobachten. Dazu würden ein Aufklärungsflugzeug und ein Schiff in die Region entsandt, erklärte Außenminister Stephen Smith am Mittwoch.
Sie sollten Fotos und Videoaufnahmen sammeln, die zur Entscheidung über das weitere Vorgehen Australiens herangezogen werden sollen. Canberra erwägt rechtliche Schritte, um das japanische Walfangprogramm zu stoppen.
In den nächsten Tagen werde Australien an der Spitze einer Gruppe von den Ländern, die sich gegen den Walfang einsetzen, einen formellen Protest in Japan einreichen, kündigte Smith weiter an. Japan will in den kommenden Wochen mehr als 1.000 Wale töten, darunter 50 Buckelwale.
Es ist das größte Jagdprogramm seit Beginn der Schutzmaßnahmen der Internationalen Walfangkommission (IWC). Japan begründet sein Vorgehen mit Forschungszwecken, das Fleisch der Meeressäuger wird allerdings vermarktet.
«Es handelt sich hier um das Schlachten von Walen, nicht um wissenschaftliche Forschung», sagte Smith bei einer Pressekonferenz. Vom neuseeländischen Hafen Auckland brach am Mittwoch das Greenpeace-Schiff «Esperanza» auf. Die Aktivisten auf dem Schiff versuchten, die japanischen Walfangflotte zu finden und «die Wale zu schützen, nicht, die Walfänger anzugreifen», erklärte Greenpeace-Sprecherin Karli Thomas.
Sie kündigte gewaltfreie Aktionen an, um die Jagd zu stoppen. Dabei wollten Aktivisten mit Schlauchbooten zwischen die Jäger und die Wale fahren. Auch ein Schiff der Organisation Sea Shephard Conservation Society befindet sich bereits auf dem Weg in die Antarktis.
Japan jagt wieder Buckelwale
Fischereiministerium bestätigt Ende des Moratoriums nach 44 Jahren
17. November 2007 - Quelle: ZDF Online
Japan beendet nach 44 Jahren das Moratorium zur Jagd auf Buckelwale: Das Fischereiministerium bestätigte in Tokio, dass die am Sonntag in den Südpazifik aufbrechende Walfangflotte 50 Tiere dieser Meeressäugerart erlegen soll.
Buckelwale waren zu Beginn der internationalen Schutzmaßnahmen 1963 fast ausgerottet.
Ausnahmebestimmung genutzt
Geführt von dem 8.000-Tonnen-Schiff "Nisshin Maru" soll die Walfangflotte am Sonntag von der Hafenstadt Shimonoseki aufbrechen, teilte auch die Eignergesellschaft Kyodo Senpaku mit. Die "Nisshin Maru" war im Februar in der Ross-See in Brand geraten, was in dem empfindlichen Ökosystem einen Umweltalarm ausgelöst hatte. Damals hatte die Walfangflotte ihre Jagd vorzeitig abgebrochen.
Die Jagd auf die Buckelwale ist die erste seit Inkrafttreten des Walfangmoratoriums von 1963. Japan nutzt eine Ausnahmebestimmung, die eine begrenzte Jagd der Meeressäuger zu wissenschaftlichen Zwecken erlaubt. Naturschützer kritisieren dies als reine Schutzbehauptung.
Jagd auf mehr als 1000 Wale
Die Walfangflotte soll bis zu 50 Buckelwale (Megaptera novaeangliae), bis zu 50 Finnwale (Balaenoptera physalus) und bis zu 935 Südliche Zwergwale (Balaenoptera bonaerensis) töten. Das ist das größte Jagdprogramm seit Beginn der Schutzmaßnahmen der Internationalen Walfangkommission (IWC).
Vor allem die geplante Jagd auf Buckelwale stößt auf heftige Proteste von Naturschützern. "Diese Wale dürfen nicht sterben", sagte Greenpeace-Sprecher Junichi Sato. "Buckelwale sind sehr sensibel und leben in engen Gruppenverbänden. Deswegen kann schon ein einziger Todesfall äußerst schädlich sein."
Streit und Auswirkungen des Walfangs
Es wird geschätzt, dass es weltweit 30.000 bis 40.000 Tiere gibt. Das ist etwa ein Drittel der Bestandsgröße in der Zeit vor dem kommerziellen Walfang. Bei den Finnwalen wird der Bestand auf 60.000 geschätzt. Buckelwale waren vor vier Jahrzehnten fast ausgerottet. Seit 1963 sind sie geschützt.
Die einzigen Ausnahmen bilden Grönland und der Karibik-Staat Saint Vincent und die Grenadinen. Sie fingen nach IWC-Angaben im vergangenen Jahr je einen Buckelwal. Die Sowjetunion jagte die zwölf bis 15 Meter langen Tiere bis 1973.
Der für den Walfang zuständige Abteilungsleiter bei der japanischen Fischereibehörde, Hideki Moronuki, sagte: "Bei einer Population von mehreren zehntausend Buckelwalen 50 herauszunehmen, wird keinerlei bedeutende Auswirkung haben." Die Jagd solle Meeresbiologen dabei helfen, die inneren Organe der Buckelwale zu studieren.
Restaurant statt Wissenschaft
Der größte Teil der aus wissenschaftlichen Gründen getöteten Wale wird schließlich an Restaurants verkauft, was die Bestimmungen des IWC nicht untersagen. Bei den Konferenzen der Walfangkommission versuchte Japan bislang vergeblich, das 1986 verhängte Moratorium für den kommerziellen Walfang aufzuheben.
Die Naturschützer wenden sich auch gegen die Methoden der Jagd mit der Harpune. Der Biologe Ken Findlay von der Universität Kapstadt kritisierte, dass manchmal verletzte Wale stundenlang von den Schiffen gejagt würden.
von Hiroki Tabuchi, AP
König der Tiere hustet sich zu Tode
Unter Afrikanischen Löwen verbreitet sich Tuberkulose
11. November 2007 - Quelle: ZDF Heute.de
Afrikas Löwen machen Tuberkulose und Katzen-Aids zu schaffen. Gegen die Viren, die Katzen-Aids hervorrufen, scheinen die Tiere mittlerweile eine natürliche Resistenz entwickelt zu haben. Allerdings sorgen sich Experten, dass sich Tuberkulose unter den Löwen verbreitet.
Nachdem ihnen Tierschützer noch vor zwei Jahren bei ausbleibenden Schutzmaßnahmen sogar das Aussterben innerhalb eines Jahrzehnts vorhergesagt haben, gibt es jetzt Entwarnung. Nach Meinung südafrikanischer Experten haben die Raubkatzen eine natürliche Resistenz gegen den gefürchteten Löwen-Lentivirus (LLV) - eine Art Katzen-Aids - entwickelt. Die Anzahl der Löwen nehme zwar ab, aber es gebe keine Befürchtungen, dass die Tiere in den kommenden Jahren aussterben, meint Professor Mauritz van Vuuren von der Universität Pretoria.
Löwen sind resistent geworden
"Das immunschwächende Virus existiert schon lange bei den Katzen, vermutlich schon seit 1000 Jahren", meint der Akademiker, der sich auf das Thema spezialisiert hat. Das Virus habe sich in Afrika überwiegend unter Löwen ausgebreitet, so dass die existierenden Populationen resistent geworden sind und sich der Virus-Evolution angepasst haben. Der Bestand auf dem gesamten Kontinent war nach einer 2006 in Johannesburg vorgestellten Studie von 200 000 Tieren Mitte der 1980er Jahre auf heute 30 000 geschrumpft.
Tierschützer sorgen sich jedoch, weil sich Tuberkulose-Bakterien unter den Löwen verbreiten. Wenn die Raubkatzen an TB erkrankte Büffel oder andere Paarhufer fressen, stecken sie sich mit den Bakterien an. 1992 waren bereits im Krüger-Nationalpark 500 Büffel zu Forschungszwecken getötet worden. Die Experten wollten damit hoch rechnen, wie viele der 1500 bis 2000 Löwen im Park sich beim Fressen der kranken Büffel anstecken.
Tuberkulose ist große Gefahr
Van Vuuren: "Obwohl Tuberkulose ernsthafte gesundheitliche Probleme bei Löwen hervorrufen kann, ist es unwahrscheinlich, dass eine Kombination mit LLV eine noch schlimmere Gefahr darstellt - es ist aber sicher, dass Tuberkulose allein die Überlebenschancen der Tiere minimiert." In Kombination mit anderen Krankheiten sei Tuberkulose sicher gefährlicher für die Raubkatzen.
Markus Hofmeyer, leitender Tierarzt in den südafrikanischen Nationalparks (SANPark), teilt diese Ansicht. "Anders als die Büffel entwickeln die Großkatzen stärkere Symptome in einer viel kürzeren Zeit", erklärt er. Bei Löwen breche die Krankheit innerhalb weniger Monate aus. Zudem seien Löwenmännchen häufiger betroffen, was für die Fortpflanzung zum Problem werden könnte.
Auswirkungen erforschen
Hofmeyer: "Um die Auswirkungen der Löwen-Tuberkulose langfristig und gründlich erforschen zu können, müssen Gewebeproben entnommen werden", erklärt der Tierarzt. Es gebe noch keine Lösung, die Löwen optimal zu behandeln, die Arbeit an möglichen Impfstoffen gehe aber weiter. "Wir können ihnen schließlich nicht täglich Tabletten verabreichen".
Vor allem in Angola, Botswana, Sambia und Simbabwe sei die Zahl der Löwen dramatisch gesunken, hatte Kate Nicholls von der Organisation Lion Aid 2006 auf einer Konferenz in Johannesburg erklärt. Dr. Rob Little von der Umweltorganisation World Wide Funds for Nature (WWF) in Südafrika dagegen gibt zu bedenken: "In diesen Ländern schwankt die Löwenpopulation je nach Beutevorkommen häufig". Der natürliche Lebensraum der Löwen sei zudem vor allem wegen der Menschen bedroht, die ihren Lebensraum erweiterten.
von Hanni Heinrich, dpa
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